Traumatherapie

Was ist ein Trauma?

Im medizinischen Klassifikationssystem DSM-5 wird ein traumatisches Erlebnis definiert als, Konfrontation mit Tod, Lebensgefahr, tatsächlicher oder angedrohter schwerer Verletzung oder tatsächlicher oder angedrohter sexueller Gewalt.

Eine Traumatisierung durch ein derartiges Ereignis kann laut DSM-5 enstehen, wenn eine Person ein solches Ereignis selbst erlebt, Zeuge wird, erfährt das ein Angehöriger dies erlebt hat oder auch durch indirekte Exposition mit aversiven Details des Ereignisses (z.B. bei Rettungskräften).

 

Bei traumatischen Ereignissen kann die Überflutung des Gehirns im Rahmen einer massiven Stressreaktion die angemessene Verarbeitung des Erlebten behindern mit der Folge, dass der Betroffene die gemachte Erfahrung nicht wie gewohnt in seinen Erlebnisschatz integrieren und dann wieder Abstand davon gewinnen kann. 

 

Wann spricht man von einer Possttraumatischen Belastungsstörung?

Halten posttraumatische Beschwerden länger als vier Wochen an, so spricht man von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Folgende Beschwerden sind typisch:

  • Wiedererleben (Intrusionen)
    • Aufdringlicher Erinnerungen
    • Albträumen
    • Flashbacks
    • Emotionale oder physiologische Stressreaktionen bei Konfrontation mit Erinnerungsreizen (Triggern)
  • Vermeidung
    • Vermeidung von Gedanken und Gefühlen in Bezug auf das traumatische Ereignis
    • Vermeidung von Triggern
  • Affektive und kognitive Folgeerscheinungen
    • Erinnerungslücken
    • Negative Gedanken und Einstellungen zu sich oder über die Welt
    • Schuldgefühle
    • Gedrückte Stimmung
    • Interessensverlust
    • Isolationsgefühle
    • Freudverlust
  • Traumabezogene Anspannung und Verhaltensreaktionen
    • Irritierbarkeit oder Aggressivität
    • Risikoverhalten oder selbstschädigendes Verhalten
    • Übererregung
    • Erhöhte Schreckreaktion
    • Konzentrationsstörungen
    • Schlafstörungen

Was bedeutet Traumatherapie?

Traumatherapie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Verfahren und Ansätze, die das Ziel haben die Symptome einer PTBS zu heilen oder zu lindern. In der Regel erfolgt in der ein oder anderen Form eine erneute Auseinandersetzung und Konfrontation mit den traumatischen  Erlebnissen, um durch eine Neuverarbeitung die Integration der Erinnerungen in das autobiographische Gedächtnis zu ermöglichen. Neben der Traumakonfrontation werden zudem meist unterschiedliche Stabilisierungstechniken vermittelt. Ein schonendes und gut untersuchtes Verfahren der Traumatherapie stellt das sogenannte Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) Verfahren dar.